Essay zum Thema rationale Handlung

Fragestellung:

Bitte erläutern Sie in eigenen Worten und so verständlich wie mögliche, was man gemäß der Standardtheorie der instrumentellen Rationalität unter einer vernünftigen, bzw. rationalen Handlung versteht. Welche Einwände lasen sich gegen diese Theorie erheben? Kann man diese Einwände Ihrer Ansicht nach auf eine plausible Art und Weise zurückweisen?


Ich werden nun zuerst klären, was eine rationale Handlung, gemäß der Standardtheorie der instrumentellen Rationalität ist. Dann werde ich die im Text behandelten Einwände gegen diese Theorie aufführen, und anschließend versuchen, diese zu widerlegen.

Gemäß der Standardtheorie der instrumentellen Rationalität ist eine vernünftige, beziehungsweise eine rationale Handlung, eine Handlung, die dazu beiträgt, ein bestimmtes Interesse zu erfüllen. Dies sollte auf die schnellste und bestmöglichste Art geschehen.

Wenn man beispielsweise Lust auf ein Stück Kuchen hat, ist es rational zum Bäcker zu gehen, nicht aber im Gartencenter zu suchen. Vielleicht würde man im Gartencenter auch irgendwo ein Stück Kuchen finden, jedoch würde dies sicherlich viel mehr Zeit in Anspruch nehmen und wäre wahrscheinlich auch noch teurer. Diese Lösung wäre also nicht rational.

Allerdings sind im engeren Sinn des Wortes nur die Handlungen rational, die im gegebenen Fall ein bestimmtes Optimum in Aussicht stellen. Sie muss den erwarteten Gesamtnutzen des Handelns maximieren.

Ob sie das tut, kann man erst sagen, wenn man alle Vor- und Nachteile sorgfältig abgewogen hat. Man muss auch immer die Gesamtheit aller Wünsche eines Handelns ins Auge fassen, um zu entscheiden welche Handlung rational ist.

Wenn man zum Beispiel einen wichtigen Anruf erwartet, ist es nicht rational zum Abendessen auszugehen, sondern eher, sich etwas liefern zu lassen, auch wenn es vielleicht weniger gut schmeckt.


Eine Rolle spielt auch, wie wichtig einem die zu erfüllenden Wünsche sind. Erst wenn die Daten miteinander verglichen sind, kann man wissen, welche Entscheidung vernünftig, also rational ist. Es sollte, wenn man rational handelt, zur größten erwartbaren Wunschbefriedigung kommen.

Nun kann man sich fragen, welche Einwände es gegen diese eben beschriebene Theorie der rationalen Handlung geben kann. Ein gängiger Einwand besagt, dass „reale“ Menschen niemals solche komplexen Berechnungen anstellen und nicht erst überlegen, was nun am rationalsten ist.

Wenn es um die Frage geht, wie man an ein Stück Kuchen kommt, werden die meisten Menschen wohl eher spontan entscheiden. Ihnen gehen beim Erwägen keine Zahlen oder Wahrscheinlichkeitswerte durch den Kopf. Vor allem ist solch ein Ausmaß an mathematischen Fertigkeiten den meisten „realen“ Menschen gar nicht gegeben.

Dagegen könnte man einwänden, dass ja nun auch nicht solch ein großer mathematischer Aufwand nötig ist. Um wirklich rational zu entscheiden, wo man ein Stück Kuchen kauft, reicht es meiner Meinung nach, ein paar Minuten darüber nachzudenken, wenn überhaupt.

Wer es wirklich ganz genau errechnen will, macht eben eine Liste mit den Plus- und Minuspunkten der verschiedenen Kuchenquellen. Um anschließend die Plus- und Minuspunkte zusammenzuzählen, muss man sicherlich kein mathematisches Genie sein.

Außerdem denke ich, dass man die meisten Handlungen mehr oder weniger automatisch rational trifft. Natürlich macht man dabei dann und wann auch einen Fehler. Aber da sich Wünsche ändern können, kann man sowieso nie sicher sein, dass die eigene Handlung dauerhaft rational war. Egal wie sehr man sich auch beim Ausrechnen bemüht.