Essay zum Thema Science-Fiction

Würde ein „Freizeitpark der Triebbefriedigung“, wie er in dem Science-Fiction Film „Westworld“ dargestellt, wird in der heutigen, realen Welt funktionieren?

In dem Science-Fiction Film „Westworld“ von Michael Crichton aus dem Jahre 1973 geht es um eine Art Freizeitpark für Erwachsene. Die Besucher verbringen einen Kurzurlaub in einer künstlichen, aber real wirkenden Welt und können dort durch die Einnahme einer Rolle ihre Triebe befriedigen. Die zahlenden Gäste können zwischen einer Welt des antiken Roms, einer mittelalterlichen Kulisse oder eben der Westernstadt Westworld wählen.

Der „Clou“ des Freizeitparks ist, dass dort zahlreiche Roboter die Rollen von Menschen einnehmen die die Gäste zur Triebbefriedigung benutzen können. So können entweder sexuelle Triebe an ihnen befriedigt werden oder sie lassen sich in der Westworld erschießen. Ziel ist es wohl den Besuchern ein gutes Gefühl zu geben. Sie können aus dem Alltag fliehen und Phantasien ausleben.


Gerade die Westworld, die dem Film den Namen gibt, ist eine typische und klischeehafte Männerphantasie. Der Mann als Cowboy mit der Waffe in der Hand – im Wilden Westen, wo das Faustrecht gilt und alle Frauen bereit sind sich ihm hinzugeben.

Das was den Film ausmacht, ihm die mehr oder weniger überraschende Wendung gibt, ist dass die Roboter ein Eigenleben entwickeln und sich gegen ihre Erschaffer auflehnen.

Am Ende werden alle Gäste ermordet. Nur der Hauptdarsteller bekommt einen richtigen Kampf und damit mehr Aufregung, als er sich gewünscht hat und überlebt schlussendlich. Allerdings soll hier der „Aufstand“ der künstlichen Menschen ausgespart werden. Stattdessen geht es um die Frage, ob solch ein Freizeitpark, eventuell auch in abgewandelter Form, funktionieren würde.

Unbestritten ist wohl, dass solch ein Park zunächst äußerst attraktiv wirkt. Fast wie ein „Wachtraum“ in dem man sich, ohne jegliche Konsequenzen ausleben kann. Phantasien werden erfüllt, Sex und Gewalt können gelebt werden, ohne Scham oder Bestrafung.

Denn wenn man in der „richtigen“ Welt jemanden erschießen würde, käme man sehr wahrscheinlich ins Gefängnis. In der Westworld ist man dagegen ein Held.Natürlich besteht, sollte es solch einen Park geben, die Gefahr, dass manche Gäste, ähnlich wie man es Computerspielen vorwirft, zwischen realer Welt und Phantasiewelt nicht mehr unterscheiden können. Diese „Verwirrten“ könnten versuchen auch in der Realität so zu leben, wie sie es im Park auch tun. Dann allerdings mit Konsequenzen.

Doch genauso wie dieses Phänomen auch bei Computerspielen stark umstritten ist, bin ich der Meinung, dass dies eher unwahrscheinlich ist. Sicherlich geht es auch um Moral und die Frage, ob es in Ordnung ist jemanden zu erschießen oder zu vergewaltigen, der von einem Menschen kaum zu unterscheiden ist. Doch obwohl ich mit dieser Meinung wahrscheinlich recht allein sein werde, glaube ich, dass solch ein Freizeitpark nichts Schlechtes wäre.


Im Gegenteil, möglicherweise wäre „die Welt“ dadurch sogar „besser“ oder friedlicher. Ähnlich wie es ohne Prostituierte wahrscheinlich mehr Vergewaltigungen geben würde, bin ich der Meinung, dass es weniger Gewalt geben würde, wenn die Menschen ihre Triebe in einer „sicheren“ Umgebung, ohne Konsequenzen ausleben könnten.

Viele Gewaltopfer werden zufällig ausgewählt, die Taten geschehen weil die Täter „Lust auf Gewalt“ haben. Viele Morde usw. werden natürlich auch aus anderen Gründen begangen, welche durch solch einen Park nicht verhindert werden würden.
Dennoch würden, meiner Meinung nach, die Gewalttaten zurückgehen.

Die Moral sehe ich außerdem auch nicht als Problem. Eher fraglich ist, ob solch ein Park nicht „so gut“ ist, dass eine Art „Sucht“ entstehen könnte. Ich glaube zwar nicht, dass die Besucher nicht mehr zwischen dem Park und der Realität unterscheiden könnten und auch in der Realität zum Verbrecher werden. Vorstellbar ist eher, dass man sich in der realen Welt, im Alltag, nicht mehr auf „das Leben“ konzentrieren kann. Man hegt den Wunsch für immer im Park zu leben, denn dort werden alle Phantasien wahr.

Mir ist klar, dass es niemals einen „Freizeitpark zur Triebbefriedigung“ geben wird. Die Moral verbietet es genauso, wie es aus Sicherheitsgründen wahrscheinlich nicht erlaubt werden würde (von den nicht vorhandenen technischen Möglichkeiten mal ganz abgesehen).