Inhaltsangabe

Eine Inhaltsangabe gibt dem Rezipienten eine Übersicht über den Inhalt eines Buches, eines Films oder einer anderen Art von Text. Sie ist in der Regel gleichzusetzen mit einer Zusammenfassung. Im Englischunterricht oder bei wissenschaftlichen Arbeiten wird sie auch Summary genannt.

Nicht zu verwechseln ist die Inhaltsangabe allerdings mit einer Nacherzählung. Die Inhaltsangabe wird normalerweise im Präsens oder manchmal auch im Perfekt verfasst, also in der Gegenwart. Sie sollte keine Spannungsbögen enthalten und neutral den Inhalt beschreiben. Das heißt auch, dass nicht interpretiert oder bewertet wird.

Aufbau der Inhaltsangabe


Sie soll den bearbeiteten Text zusammenfassen, muss also viel kürzer sein. Je nach Länge des Originaltextes sollte sie rund eine halbe oder maximal eine Seite lang sein. Nur die wichtigsten Dinge müssen in ihr enthalten sein. So muss auf jeden Fall ein großer Teil des eigentlichen Inhalts ausgelassen werden. Zu entscheiden welcher Teil das ist, ist im Grunde die schwierigste Aufgabe, die der Verfasser der Inhaltsangabe zu bewältigen hat.

Sie sollte in drei Teile gegliedert sein: Einleitung, Hauptteil und Schluss. Die Einleitung enthält Fakten wie den Titel, den Autor, die Art des Textes und eventuell den Ort, die Zeit und die Protagonisten des Textes.

Nach der Einleitung ist die Kernaussage an der Reihe. Sie fasst in nur ein oder zwei Sätzen den gesamten Inhalt des Textes zusammen. Auch wenn bei einer Inhaltsangabe keinesfalls interpretiert werden darf, muss der Originaltext verstanden worden sein, um die Kernaussage verfassen zu können.

Der Hauptteil schildert die wichtigsten Ereignisse der gesamten Handlung in chronologischer Reihenfolge. Dabei müssen Einzelheiten oft weggelassen werden, so dass man sich auf das Notwendige konzentrieren kann. Auch Zitate haben in einer Inhaltsangabe nichts verloren.

Falls es für das Verständnis unbedingt nötig ist, wiederzugeben, was eine Figur gesagt hat, muss in der Inhaltsangabe die indirekte Rede benutzt werden.

Beispiel für eine Inhaltsangabe

Im Originaltext heißt es „Sie sagt: `Ich liebe dich`“.

In der Inhaltsangabe wird daraus: „Sie sagt, dass sie ihn liebe.“

Wer einen längeren Text (zum Beispiel einen Roman) im Hauptteil der Inhaltsangabe zusammenfassen muss, hat es oft einfacher, wenn er den Text für sich in einzelne Abschnitte gliedert und diese mit Überschriften versieht. Beim schreiben braucht er dann nur noch die Überschriften zu einem Text zusammenfassen und eventuell ein wenig überarbeiten, so dass ein Fließtext daraus entsteht. Dabei ist es wichtig darauf zu achten, ob im Originaltext Zeitsprünge verwendet werden. Auch wenn der Autor mit Rückblicken arbeitet oder die Zeitebenen wechseln, muss sich der Verfasser der Inhaltsangabe an die chronologische Reihenfolge halten.

Wem es schwer fällt, zu unterscheiden, welche Dinge in der Inhaltsangabe erwähnt werden müssen, kann sich beim schreiben fragen, ob die Handlung auch ohne ein bestimmtes Detail verständlich ist. Wenn ja, kann auf diese Einzelheit verzichtet werden.

Vorsicht bei Interpretationen in Inhaltsangaben


Der Schluss der Inhaltsangabe kann die Intention des Autors enthalten. Man kann an dieser Stelle zeigen, dass man den Text verstanden hat und begreift, was der Autor damit aussagen wollte. Bei solch einer Interpretation ist allerdings Vorsicht geboten. Wenn der Originaltext nicht richtig verstanden wurde, sollte eine Deutung lieber komplett weggelassen werden.

Außerdem halten heutzutage viele Literaturwissenschaftler generell nichts mehr von der früher als so wichtig angesehenen Intention des Autors. Je nach Textart wird oft davon ausgegangen, dass es keine klare Aussage des Autors gibt. Manche Autoren wollten einfach nur zum Nachdenken anregen, andere wollen gar nichts aussagen – ihre Texte sind, schlicht ausgedrückt, einfach nur „schön“.

So gut wie nie gibt es nur eine festgelegte Interpretation eines Werkes. Die Forschung entdeckt immer neue Details und es liegt auf der Hand, dass man einen bereits verstorbenen Autor nicht mehr danach fragen kann, was er mit seinem Werk aussagen wollte. Auch wenn es in der Schule normalerweise üblich ist, nur eine Interpretation als „richtig“ anzusehen, sieht das bei Literaturwissenschaftlern an einer Universität doch ganz anders aus.

Inhaltsangabe immer sachlich schreiben

Die Inhaltsangabe sollte in einer sachlichen Sprache verfasst sein, ohne Wertungen und nüchtern. Trotzdem sollte abwechslungsreich geschrieben werden, Wiederholungen sind zu vermeiden. Der Autor der Inhaltsangabe fungiert als allwissender Erzähler, er kennt bereits den Originaltext und weiß wie er endet.