Kommentar

In einem Kommentar bringt der Verfasser seine eigene Meinung zum Ausdruck. Das ist ganz klar das größte Unterscheidungsmerkmal zwischen dieser Textform und fast allen anderen.

Somit gibt er die Meinung eines Einzelnen wieder, nicht etwa der ganzen Redaktion einer Zeitung, in der der Kommentar abgedruckt wird. Deshalb wird in den Printmedien oft auch ein Foto des Autors neben den von ihm geschriebenen Kommentar abgebildet, damit der Leser sich ein Bild vom Verfasser machen kann.

Wenn ein Kommentar im Radio oder in Fernsehsendungen zu hören, beziehungsweise zu sehen ist, liest meist der Journalist seinen Kommentar selbst vor.

Spezielle Formen des Kommentars sind die Glosse und die Kolumne.

Kommentar zu aktuellen Themen verfassen


Normalerweise bezieht sich ein Kommentar auf ein aktuelles Thema, das oft direkt neben ihm abgedruckt oder in der gleichen Sendung behandelt wird. Er soll den Rezipienten dazu anregen, sich selbst eigenen Gedanken zum Thema zu machen.

Der Verfasser versorgt den Leser / Zuschauer dabei in der Regel mit zusätzlichen Informationen. Zum Beispiel erinnert er an vergangene Ereignisse, die bei der Analyse des gegenwärtigen Sachverhalts eine Rolle spielen oder präsentiert weiter Fakten zum aktuellen Thema.

Der Autor interpretiert die Ereignisse. Er analysiert und wägt die unterschiedlichen Ansichten ab, aber am Ende vertritt er eine klare Meinung.

Diese Meinung muss der Verfasser allerdings mit guten Argumenten belegen. Ein schlichtes beharren auf dem eigenen Standpunkt ohne triftige Argumente, nach dem Motto „Das Gesetz sollte abgeschafft werden, weil es sinnlos ist, und wer das nicht einsieht hat keine Ahnung“, ist der Tod für jeden Kommentar.

Deshalb ist es für den Autor so wichtig, sich im Vorfeld mit dem Thema auseinander zu setzen. Nur wenn er sich ausreichend informiert hat, kann er einen guten Kommentar schreiben. Er muss vor allem die Argumente des „Gegners“ kennen und selbst bessere, beziehungsweise stärkere Gründe vorzuweisen haben.

Statistiken zu durchforsten kann dabei nicht schaden. Je nach Thema kann es sinnvoll sein, dem „Gegner“ Daten und Fakten zu präsentieren. Zwar können Statistiken zum Teil unterschiedlich interpretiert werden, doch oft kann bei einer feststehenden Zahl kein treffendes Gegenargument gefunden werden.

Aufbau eines Kommentars


Der Kommentar beginnt meist mit der These des Autors. Dann wird diese These im Laufe des Textes mit Argumenten begründet. Dabei ist im Grunde jedes sprachliche Mittel erlaubt. Doch sollte man gerade mit Ironie vorsichtig umgehen. Oft genug ist die Ironie für den Leser nicht eindeutig erkennbar, womit auch die Meinung des Autors nicht klar zu verstehen ist.

Auch Sprachbilder sollten äußerst sparsam eingesetzt werden. Wer zum Beispiel eine Metapher nach der anderen verwendet, wirkt schnell als würde er nur mit Floskeln um sich werfen. Der Leser verliert dann leicht das Interesse oder kann – und das ist genauso schlimm – nicht mehr folgen.

Um den Kommentar überzeugender wirken zu lassen, sollte der Autor zudem möglichst wenig Adjektive und stattdessen starke Substantive benutzen.

Das Tempo kann gut durch die Länge der Sätze gesteuert werden. Generell gilt: Lange Sätze machen eine Text langsam, kurze Sätze machen ihn schnell. Ein Rhythmenwechsel, also lange und kurze Sätze abwechselnd zu verwenden, funktioniert dabei meist am besten. Allerdings ist auch das wieder vom Thema abhängig.

Es klingt banal, wird aber trotzdem oft vernachlässigt: Ein Kommentar muss unbedingt logisch aufgebaut sein. Gerade Anfänger begehen oft diesen Fehler und reihen eifrig Argumente aneinander. Zum einen besteht so die Gefahr, dass sie nicht darauf achten, in welcher Reihenfolge die Begründungen am sinnvollsten sind. Zum anderen kann dann es passieren, dass sich der Autor selbst widerspricht und eine seiner Begründungen unabsichtlich mit einer anderen widerlegt.

Nach dem Schreiben sollte der Kommentar also mehrfach durchgelesen werden. Der Verfasser sollte dabei überprüfen, ob der Text schlüssig und nachvollziehbar ist. Er muss den Text und auch sich selbst kritisch hinterfragen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass der Leser sich höchstwahrscheinlich noch nicht so intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt hat. Wer sich selbst lang mit einem Sachverhalt beschäftigt, verliert schnell das Gefühl dafür, was sofort zu verstehen ist und was dem Rezipienten erst erklärt werden muss.

Kommentar als besondere Textsorte

Bei kaum einer anderen Textsorte kann es so sinnvoll sein, den Text vor der Veröffentlichung von jemand anderem lesen zu lassen, wie bei einem Kommentar. Je weniger diese Person über das Thema weiß, umso mehr kann sie dem Autor helfen, die Schwachstellen des Textes zu erkennen.