Reportage

Einige Journalismus-Lehrbücher definieren die Reportage als „Fortsetzung einer Nachricht durch andere Mittel“, als „Kino im Kopf“ bezeichnen sie andere. Das Wort „Reportage“ leitet sich ab von „reportieren“ – zurücktragen.

Die Grundvoraussetzung für eine Reportage ist, dass der Autor, beziehungsweise der Journalist, bei den beschriebenen Ereignissen dabei war und sie miterlebt hat. Trotzdem ist nicht gleich jede Berichterstattung über ein Ereignis eine Reportage, auch wenn der Journalist den Termin selbst besucht hat.

Reportage lebhaft schreiben


Diese Art des Schreibens zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass der Leser sich in die Situation hinein versetzen kann. Eindrücke werden geschildert, anstatt nur Fakten. Die Stimmung wird eingefangen, dazu kann zum Beispiel auch der Geruch am Ort, das Licht, Geräusche oder das Wetter gehören. Zitate sind für eine Reportage in der Regel unumgänglich, um sie lebhaft zu gestalten und den Rezipienten zum weiterlesen zu motivieren.

Um festzustellen ob sich ein Thema für eine Reportage eignet, sollte sich der Autor an folgenden drei Punkten orientieren:

Der Ort und das Ereignis sollte für den Leser

  • interessant sein
  • nicht für alle zugänglich sein
  • von einer neuen Seite beleuchtet werden

Wenn mindestens zwei dieser Punkte zutreffen, kann man meist davon ausgehen, dass das Thema als Reportage behandelt werden kann.

Wenn der Reporter dann den Ort seiner Reportage besucht, notiert er sich, was er dabei erlebt, wie der Ort aussieht und eventuell wie es schmeckt, riecht oder klingt. All diese Dinge werden nachher auf sehr subjektive Weise erzählt. Nur der Zeitpunkt an dem der Reporter an diesem bestimmten Ort war, ist wichtig. Denn so wie er es in diesem Moment erlebt hat muss es nicht jeden Tag sein.

Dennoch sollte der Reporter Kommentare oder Reflexionen vermeiden. Bei einer gut geschriebenen Reportage sind Kommentare sowieso unnötig, weil sie durch den anschaulichen Schreibstil auch unausgesprochen auf der Hand liegen.

Ein Satz wie „Herr Meier ließ seinen Laptop fallen, als er das Podium betrat – das war sehr lustig“ liest sich so, als würde man einen Witz erklären. In diesem Fall würde ein guter Reporter schreiben, dass Herr Meier den Laptop fallen ließ und eventuell den Gesichtsausdruck oder Meiers ungeschickte Bewegungen einfangen.

An diesem Beispiel wird klar, wie wichtig die richtige Wortwahl für eine Reportage ist. Das Geschehene muss genau beobachtet und beschrieben werden.

Aufbau und Merkmale einer Reportage


Der Einstieg in die Reportage sollte für den Rezipienten sofort so interessant sein, dass er Lust hat weiter zu lesen. Zwar gibt es keine klaren Regeln, um eine Reportage zu beginnen und oft ist es vom Thema abhängig, welcher Einstieg am besten ist, dennoch bietet es sich oft an, mit einer Szene anzufangen. Ein für das Thema wichtiges Detail oder eine Landschaft kann zum Beispiel beschrieben werden. Der Leser hat so direkt ein Bild vor Augen und kann sich in die Geschichte hinein versetzen.

Die handelnden Personen sollten sofort genau beschrieben werden. Je nach dem wer der Leser ist, hat er bei kurzen Beschreibungen (zum Beispiel „dort stand ein junges Mädchen“) verschiedene Vorstellungen. Wenn diese Vorstellungen erst später im Text korrigiert werden, ist der Leser enttäuscht, weil die Person in seinem Kopf ganz anders aussah.

Der Autor sollte sich zurückhalten. Es ist klar, dass er die Ereignisse miterlebt hat, trotzdem möchte der Leser ihn gar nicht wahrnehmen. Das ist anders, wenn es sich um eine Selbsterfahrungsreportage handelt und der Reporter von Anfang an aus seiner Sicht erzählt, was er erlebt hat. So etwas bietet sich zum Beispiel bei einer Reportage über einen Fallschirmsprung an.

Am Ende sollte keine Schlussfolgerung oder Fazit gezogen werden. Auch wenn viele Autoren dazu neigen zum Schluss noch einmal die Ereignisse zusammen zu fassen und eine Art Lehre daraus zu ziehen, ist das für den Leser eher störend. Die Reportage kann ruhig, beziehungsweise solle sogar, plötzlich enden. Das heißt, nach einer Szene ist einfach Schluss, ohne einen abschließenden Satz.