Rezension

Ob über ein Sachbuch oder einen fiktiven Roman: Eine Buchkritik (auch Buchrezension genannt) sollte immer ein Mix aus objektiven Informationen über das jeweilige Buch und der eher subjektiven Meinung des Verfassers sein.


So wird darin einerseits die Handlung weitestgehend beschrieben und Eckdaten (vom Autor, über den Verlag bis hin zum Erscheinungsjahr) genannt. Andererseits fließt der persönliche Eindruck des jeweiligen Verfassers mit ein, sodass die Buchkritik ruhig wertend sein kann. Es müssen keinesfalls nur positive Dinge genannt werden. Auch Kritik ist (wie der Name „Buchkritik“ bereits vermuten lässt) gern gesehen.

Die Rezension dient in erster Linie dazu, das Buch anderen potenziellen Lesern vorzustellen und es zu beschreiben. Außerdem soll das Werk dadurch entweder zum Lesen empfohlen werden oder es wird hingegen vom Kauf abgeraten. Außerdem soll die Kritik andere (zukünftige) Leser dazu anregen und auffordern, sich ihre eigene Meinung über das Sachbuch oder den Roman zu bilden. Die Buchrezension kann somit auch ein guter Einstieg in eine Diskussion über den Text sein.

Wie ist eine Buchrezension aufgebaut?

Feste Regeln für das Schreiben einer Buchkritik gibt es im Grunde nicht. Manche sind eher kurz gehalten, während andere teilweise sehr ausführlich sein können. Oftmals richten sich der Aufbau und die Anforderungen an den Verfasser danach, wo die Kritik veröffentlicht werden soll oder ob sie vielleicht für den Schulunterricht gedacht ist. Dennoch sind viele Rezensionen einigermaßen gleich aufgebaut.

In der Regel haben sie eine Einleitung, einen Hauptteil sowie einen Schlussteil. Buchbesprechungen werden stets im Präsens verfasst und (trotz der persönlichen Meinung, die sie enthalten) in einem eher neutralen Ton geschrieben. Die „Ich-Form“ ist hier unüblich.

Einleitung

In der Einleitung werden wichtige Daten über das Buch genannt. Dazu gehört der vollständige Name des Autors und – falls es sich anbietet – weitere Informationen über ihn. Welche bekannten Bücher er noch geschrieben hat, könnte eventuell interessant sein, ebenso wo und wann er gelebt hat.
Auch der komplette Titel, der Verlag, das Erscheinungsjahr, die Anzahl der Seiten, die Art des Einbandes, das Genre und der Kaufpreis des Buches sollten in der Einleitung erwähnt werden.

Hauptteil


Im Hauptteil der Rezension wird vor allem der Inhalt des Buches zusammengefasst. Hier ist es häufig sinnvoll, zuerst mit einer sehr kurzen Zusammenfassung zu beginnen. Dabei sollte etwa erwähnt werden, worum es überhaupt geht, wer (bei einem Roman) die Hauptcharaktere sind, wo und wann die Geschichte spielt, an wen sich das Werk richtet und ob der Autor vielleicht etwas Bestimmtes erreichen oder mitteilen wollte.
Anschließend sollte der Inhalt ausführlicher beschrieben werden. Hier erinnert eine Buchkritik sehr stark an eine Inhaltsangabe. Geschrieben wird im Präsens und in der richtigen chronologischen Reihenfolge. Der (zukünftige) Leser erfährt nun, was ihn bei der Lektüre erwartet. Er bekommt einen guten Einblick in die Handlung und wird über die beschriebenen Figuren informiert. Jedoch sollte – gerade bei einem Roman – keinesfalls das Ende vorweggenommen werden. Selbst falls beispielsweise ein überraschendes Ende sehr dazu beiträgt, das gesamte Buch „gut“ oder „schlecht“ wirken zu lassen, sollte es bei einer Buchkritik nicht verraten werden.

Anschließend beginnt die eigentliche Kritik. Hierbei können unter anderem Fragen beantwortet werden wie:

  • Welche Aspekte haben dem Verfasser besonders gefallen? Was eher nicht?
  • Wie hat er den Schreibstil des Autors wahrgenommen?
  • Hat der Autor sprachliche Mittel benutzt, um eine bestimmte Wirkung beim Leser zu erzielen? Und wenn ja, ist ihm das geglückt?
  • Ist die Handlung (beziehungsweise bei Sachbüchern die Argumentation) logisch und nachvollziehbar? Oder gibt es logische Lücken?
  • War das Buch angenehm zu lesen?
  • War es spannend? Oder langweilig?
  • Würde der Verfasser das Buch weiterempfehlen? Und warum?

In jedem Fall sollten sowohl Positives als auch Negatives immer ausreichend begründet werden. Einfach nur zu sagen „Das Buch war langweilig und man konnte die Handlung nicht nachvollziehen“, ist nicht ausreichend. Zwar kann das durchaus erwähnt werden, doch sollte der Verfasser dann anhand von Beispielen belegen, warum er das so empfunden hat. Zitate aus dem Buch sind oftmals eine gute Möglichkeit, um deutlich zu machen, was gemeint ist.

Schlussteil

Im Schlussteil der Buchbesprechung sollten die erarbeiteten Ergebnisse noch mal zusammengefasst und ein Fazit gezogen werden. Der Verfasser der Kritik kann hier außerdem erwähnen, für welche Art von Leser oder Publikum das Buch gut geeignet ist und für wen eher nicht.

Tipps für das Schreiben einer Buchkritik


Wer sich selbst ein Buch für eine Rezension aussuchen darf, sollte ein Werk nehmen, das er mag beziehungsweise das von einem Thema handelt, das ihn interessiert. Dann fällt es in der Regel leichter, sich mit dem Buch zu beschäftigen und das Verfassen der Kritik macht mehr Spaß. Trotzdem sollte – gerade bei Romanen – darauf geachtet werden, kein allzu triviales Werk zu wählen. Stattdessen sollte es im Idealfall hochwertige Literatur sein beziehungsweise von einem bekannten Autor (zum Beispiel Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Bertolt Brecht, Günter Grass, Thomas Mann oder einem anderen, weltbekannten und hochgelobten Schriftsteller) stammen. Ist nicht ausdrücklich vorgegeben, ein aktuelles oder gerade erst erschienenes Buch zu wählen, kann man bei einem dieser Klassiker in der Regel nichts falsch machen.

Wer weiß, dass er eine Kritik über ein bestimmtes Buch schreiben wird, sollte sich bereits beim Lesen Notizen machen. Wenn möglich, sollten wichtige Stellen oder geeignete Zitate unterstrichen werden, sodass sie nachher leicht wiederzufinden sind. Oft hilft es auch, zu notieren, welche Empfindungen oder Gedanken beim Lesen entstanden sind. Wenn vielleicht eine Stelle besonders lustig, traurig oder spannend war, sollte das aufgeschrieben werden, um es später für die Kritik verwenden zu können.

Zum Teil kann es sinnvoll sein, das Buch für sich selbst zu gliedern. Bei einem Sachbuch kann das meist mithilfe des Inhaltsverzeichnisses geschehen, bei einem Roman ist es hingegen häufig etwas schwieriger.
Mit einer eigenen Gliederung kann es aber wiederum einfacher sein, das Hauptthema des Buches herauszuarbeiten. Um das Thema herauszufinden, muss nämlich manchmal ein wenig interpretiert werden. Denn oft geht es nicht einfach nur um das, was ein Roman vordergründig behandelt, sondern stattdessen steckt nicht selten noch viel mehr dahinter. Das gilt vor allem für hochwertige, „gute“ Literatur – weniger für Trivialliteratur. Das Hauptthema beziehungsweise gegebenenfalls denn Sinn hinter der eigentlichen Handlung herauszufinden, gehört ebenfalls in der Regel zum Schreiben einer Buchrezension dazu.

Außerdem sollte versucht werden, soviel wie möglich über den Autor herauszufinden. Zum einen ist es erwähnenswert, wenn der Autor vielleicht Preise für dieses Buch oder ein anderes bekommen hat. Zum anderen kann der persönliche Hintergrund des Autors wichtig sein, um ein Werk zu interpretieren. Gerade bei Literatur, die (im weitesten Sinne) vom Zweiten Weltkrieg und seinen Folgen oder einer anderen historischen Begebenheit handelt, kann die Biografie des Autors entscheidend sein.

Vor allem unerfahrene Leser können es sich so nebenbei leicht ersparen, in ein Fettnäpfchen zu treten, wenn sie beispielsweise das Buch eines Literaturnobelpreisträgers als „langweilig, uninteressant und schlecht“ bezeichnen.