Rezension zu „Die Wunschliste“

Mit einem hübschen rosa Cover verziert, verspricht „Die Wunschliste“ von Jill Smolinski ein süßes Mädchenbuch zu werden. Doch der Schein trügt. Der Roman beginnt mit einem Autounfall, bei dem eine junge Frau – Marissa – ums Leben kommt. Am Steuer saß die Protagonistin June – sie überlebt fast unverletzt. Marissa und June haben sich erst kurz zuvor bei einem Treffen der Abnehmgruppe „Weight Watchers“ kennengelernt.


Bei Marissa findet June eine Liste – die Wunschliste: „20 Dinge, die ich vor meinem 25. Geburtstag noch gemacht haben will“. Darauf stehen banale Sachen wie „sexy Schuhe tragen“ oder „ohne BH losziehen“. Aber auch tiefgründige Aufgaben wie „von jemandem das Leben verändern“ oder „meinem Bruder zeigen, wie dankbar ich ihm bin“ sind auf der Wunschliste zu finden.

Obwohl der Unfall nicht ihre Schuld war, fühlt sich June für Marissas Tod verantwortlich und sie beschließt, die Wunschliste zu ihrer Aufgabe zu machen und sie nach und nach abzuarbeiten, als wären es ihre eigenen Wünsche.

Natürlich läuft das nicht reibungslos. Dass Troy, der Bruder der verstorbenen Marissa, sich scheinbar in June verliebt, macht die Sache nicht einfacher. Bei der Erfüllung von Marissas Wünschen stehen June allerdings viele Freunde und Arbeitskollegen zur Seite, die ihr Projekt unterstützen wollen.

Jill Smolinski schreibt leicht und gut zu lesen. „Die Wunschliste“ ist an einigen Stellen ganz witzig-spritzig geschrieben. Aber alles in allem wird der Roman vermutlich kein Lieblingsbuch werden. Einmal Lesen ist in Ordnung, mehrfach ist nicht nötig.


Es liegt auf der Hand, dass Smolinski sich hier ein schwieriges Thema ausgesucht hat. „Schreibe einen locker-flockigen Liebes/Frauenroman, bei dem immer wieder dran erinnert wird, dass am Anfang ein junger, gutherziger Mensch uns Leben kam“, scheint auf Smolinskis eigener Aufgabenliste gestanden zu haben.
Leider sind diese beiden Komponenten nun mal nicht leicht zusammenzufügen. Und auch Jill Smolinski hat es nicht wirklich geschafft aus „Der Wunschliste“ einen Roman zu machen, dessen Lektüre man genießt.

„Die Wunschliste“ von Jill Smolinski ist im Knaur Taschenbuch Verlag für 7,95 Euro erhältlich.