Rezension zu „Im Westen nichts Neues“

Wem „Im Westen nichts Neues“ weder in der Schule noch im Studium begegnet ist, sollte es schnell nachholen. Zugegeben, der Klassiker von Erich Maria Remarque ist keine leichte Kost.


Der Roman handelt von dem deutschen Soldaten Paul, der im Ersten Weltkrieg an vorderster Front kämpft. Detailliert werden Kampfszenen, inklusive verstümmelter Menschen beschrieben. Doch „Im Westen nichts Neues“ beschreibt nicht nur die Brutalität und die blutigen Kämpfe des Krieges. Auch ins Innere der jungen Soldaten wird geblickt.
Remarque schreibt so, dass sich der Leser wirklich in den Protagonisten und seine Kameraden hineinversetzen kann. Fast körperlich kann er den Schmerz, den Hunger und die Angst, die der Krieg mit sich bringt, nachfühlen.
Der Leser leidet mit, wenn er die schmerzverzerrten Gesichter in seinen Gedanken sieht, wenn Paul nach einem kurzen Heimaturlaub Abschied von seiner krebskranken Mutter nimmt und wenn der junge Soldat weiß, dass er verloren ist.

„Im Westen nichts Neues“ bringt zum Nachdenken. Wer sich bis jetzt noch nicht viele Gedanken über Kriege gemacht hat, wer sich nicht vorstellen konnte, wie richtiges Leid aussieht oder wer bislang nicht verstehen konnte, warum Opa kaum etwas von seiner Zeit im Krieg erzählt, dem kann Remarques Roman die Augen öffnen.


Auch wer sich eigentlich lieber nicht mit solchen dunklen Gedanken quälen möchte, sollte das Buch trotzdem lesen. Denn abgesehen davon, dass irgendwann bestimmt die Gelegenheit kommt, bei der mit dem Wissen über Literatur angegeben werden kann, hilft der Roman auch heute noch dabei, die grausigen Bilder, die täglich in den Nachrichten um die Welt gehen, ein bisschen besser zu verstehen.